Merinowolle waschen

Merinowolle waschen

Merinowolle richtig waschen: So bleibt das Lieblingsstück in Form

Weich, temperaturausgleichend, kaum geruchsanfällig: Merinowolle besitzt Eigenschaften, die kein Synthetikstoff kopieren kann. Trotzdem landet jedes Kleidungsstück irgendwann in der Wäsche. Und genau da beginnt für viele die Unsicherheit: Darf Merinokleidung in die Waschmaschine? Wie heiß, wie lang, mit welchem Mittel? Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre Lieblingsstücke aus Merinowolle richtig waschen, trocknen und pflegen – ohne böse Überraschungen.

Waschmaschine oder Handwäsche – was ist besser für Merinowolle?

Diese Frage stellt sich spätestens, wenn der neue Merinopullover zum ersten Mal gewaschen werden soll. Die Unsicherheit beim Waschen von Merinowolle ist berechtigt, aber übertriebene Vorsicht unnötig. Denn es funktioniert beides, Maschine wie Hand.

Aber nicht die Wahl des „Geräts“ ist ausschlaggebend, ob das Naturprodukt sauber und in Originalgröße den ersten Waschgang meistert, sondern wie es gewaschen wird.

Wann Merino problemlos in die Waschmaschine darf

Ein Blick aufs Pflegeetikett gibt die Antwort. Steht dort das Symbol für Maschinenwäsche – häufig mit dem Zusatz 30 oder 40 Grad –, ist das Stück für den Wollwaschgang freigegeben. Superwash-behandelte Merinowolle, wie sie bei Strickgarnen von Drops Standard ist, verträgt die Maschine problemlos.

Sportshirts, Longsleeves und Socken aus Merino lassen sich im passenden Waschprogramm genauso unkompliziert reinigen wie andere Kleidungsstücke.

In welchen Fällen Handwäsche sinnvoll ist

Feine Merinopullover aus Drops Design Merino Extra Fine, locker gestrickte Tücher oder Mischgewebe mit Seide profitieren von der schonenderen Handwäsche ohne die mechanische Belastung der Waschtrommel. Auch bei älteren Strickstücken ohne Pflegeetikett ist die Handwäsche die sicherere Wahl – zu viel Vorsicht lässt sich leichter korrigieren als ein verfilzter Lieblingspullover.

Drops Design Merino Extra Fine

Für die Handwäsche gilt: lauwarmes Wasser in eine Schüssel, einen Spritzer Wollwaschmittel dazu, das Kleidungsstück sanft untertauchen und fünf bis zehn Minuten einweichen lassen. Nicht rubbeln, nicht wringen. Anschließend mit klarem Wasser ausspülen. Wichtig dabei: Die Temperatur nicht wechseln, denn ein plötzlicher Temperaturwechsel kann das Einlaufen begünstigen.

Merinowolle in der Waschmaschine waschen – so geht’s!

Die Naturfaser reagiert empfindlich auf Hitze, Reibung und auf chemische Waschmittel. Damit beim Waschen von Merinokleidung nichts mehr schiefgeht, die wichtigsten Grundregeln im Überblick.

Grad, Programm und Schleudern

  • 30 Grad sind die sichere Obergrenze; Superwash-Garne vertragen häufig auch 40 Grad.
  • Als Waschprogramm eignet sich der Woll- oder Schonwaschgang, weil er die Trommelbewegung auf ein Minimum reduziert.
  • Die Trommel der Waschmaschine sollte höchstens halb befüllt sein, damit die Teile nicht aneinander scheuern.
  • Schleudern erlaubt, aber sanft! 400 bis maximal 600 Umdrehungen genügen, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Höhere Drehzahlen pressen das nasse Gewebe zusammen und fördern Verfilzung. Viele Wollprogramme sind bereits auf niedrige Drehzahlen voreingestellt.

Welches Waschmittel ist für das Waschen von Merinowolle geeignet?

Herkömmliches Vollwaschmittel enthält Proteasen und Bleichmittel, die Wollfasern angreifen. Die unschöne Folge: Wollfraß! Das sind kleine Löcher in der Merinokleidung, die nach dem Waschgang entstehen.

Besser ein mildes Wollwaschmittel ohne Enzyme verwenden. Es schützt das Garn und erhält seine Elastizität. Feinwaschmittel sind ebenfalls eine Option, solange sie enzymfrei sind.

Weichspüler hingegen gehört nicht an Merinowolle. Er legt sich als Film über die Oberfläche, verklebt die natürliche Schuppenstruktur und nimmt der Wolle ihre Atmungsaktivität. Statt weicher wird das Gewebe schlaff.

Merinokleidung richtig trocknen und die Form erhalten

Sie haben die Merinowolle korrekt gewaschen und trotzdem ist sie verzogen? Was viele nicht ahnen: Die Trocknung entscheidet genauso über die Lebensdauer eines Teils wie der Waschgang. Baumwolle darf an die Leine, Synthetik in den Trockner, doch bei Kleidungsstücke aus Drops Baby Merino oder Drops Cotton Merino gelten andere Regeln.

Drops Design Cotton Merino

Trockner schadet der Naturfaser

Im Trockner treffen Hitze und Rotation auf nasses Wollgewebe – genau die Kombination, die Einlaufen und Verfilzung auslöst. Die Schuppenstruktur quillt auf, die Bewegung presst die Schuppen ineinander, und das Ergebnis ist irreversibel.

Selbst Schonprogramme mit niedriger Temperatur bieten keine Sicherheit, weil bereits die mechanische Belastung im Trockner ausreicht, um das Gestrick zu verformen.

Liegend trocknen und in Form ziehen

Das A und O: Nach dem Waschen die Merinokleidung vorsichtig ausdrücken – nicht wringen – und flach auf ein trockenes Handtuch quer über den Wäscheständer legen. Sanft in die ursprüngliche Form ziehen, damit Ärmel und Nähte gerade liegen.

Aufhängen an der Wäscheleine oder auf dem Wäscheständer ist tabu: Nasse Merinowolle ist schwer und dehnt sich unter dem eigenen Gewicht. Direkte Sonne und Heizungsluft machen das Gewebe spröde. Lieber in einem gut belüfteten Raum bei Zimmertemperatur wie beschrieben trocknen lassen.

No-Gos beim Waschen von Merinowolle

Verfilzt, eingelaufen, formlos: die meisten Wollunfälle passieren nicht beim Tragen, sondern beim Waschen. Die fünf häufigsten Fehler im Schnelldurchlauf:

  • Waschen über 40 Grad.
  • Vollwaschmittel oder Weichspüler verwenden.
  • Schleudern über 600 Umdrehungen.
  • Zu viele Teile in eine Trommel stopfen.
  • Und: das nasse Stück in den Trockner oder auf den Bügel hängen.

Jeder einzelne Punkt kann die Naturfasern dauerhaft schädigen – zusammen sind sie ein Garantieschein für den Altkleidersack. Wer jedoch die Pflegeanleitung oben befolgt, ist auf der sicheren Seite.

Was hilft, wenn Merinowolle nach dem Waschen müffelt?

Eine der besonderen Eigenschaften von Merinofasern: Sie sind geruchsneutral. Sie bieten Bakterien wenig Halt und das natürliche Wollfett Lanolin wirkt zusätzlich schmutz- und geruchsabweisend. Umso überraschender, wenn die Naturfasern nach dem Waschen stinken.

Meist liegt es nicht am Material selbst, sondern an der Feuchtigkeit, die zu lange im Stoff steckt. Zum Beispiel, wenn verschwitzte Teile zu häufig getragen werden oder tagelang in der Sporttasche liegen bleiben oder nach dem Waschen zu langsam trocknen. Manchmal ist auch die Waschmaschine selbst der Übeltäter. Schon- und Kaltwaschgänge sind zwar sanft zur Wäsche, lassen aber Rückstände zurück, in denen sich Bakterien und Gerüche festsetzen.

Die Lösung ist simpel:

  • Kleidungsstück auslüften, draußen etwa nach einem Regenschauer oder bei geöffnetem Fenster.
  • Bleibt der Geruch, reicht eine kurze Handwäsche mit Wollwaschmittel und gründliches Trocknen. Essig oder Backpulver braucht es nicht, die Naturfasern regulieren sich bei richtiger Behandlung von selbst.
  • Nach dem Schonwaschgang die Waschmaschine mit leerer Trommel und Waschmaschinenreiniger bei 60 Grad laufen lassen – das entfernt Rückstände und Bakterien in der Maschine.

Ist eingelaufene Merinokleidung zu retten?

Der Pullover kommt plötzlich in Kindergröße aus der Waschmaschine. Ein Szenario, das jede Person fürchtet. Dass Kleidungsstücke aus Merinowolle einlaufen, passiert schnell, vor allem wenn Temperatur oder Schleudergang zu hoch waren.

Leichtes Einlaufen lässt sich manchmal noch retten: Das Stück in lauwarmem Wasser mit einem Schuss silikonfreier Haarspülung einweichen, vorsichtig in Form ziehen und flach trocknen. Die Spülung macht die Wollfasern geschmeidiger. Von Produkten mit Silikon ist jedoch abzusehen, da sie die Schuppenstruktur verkleben.

Was tun, wenn Merinowolle verfilzt?

Verfilzung ist Einlaufens große Schwester. Wenn sich die Schuppenstruktur dauerhaft verhakt hat, wird das Material steif und das Gestrick verdichtet sich.

Leichtes Pilling auf der Oberfläche ist allerdings kein Verfilzen: Ein Wollkamm oder Fusselrasierer entfernt die Knötchen problemlos. Echte Verfilzung entsteht fast immer durch zu heißes Wasser oder zu starkes Schleudern – und der Originalzustand lässt sich nicht mehr zurückholen.


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