Farbwechsel ohne Fäden für saubere Motive und Muster
Wenn bei einem Strickstück Muster mit mehreren Farben entstehen sollen, ist das Intarsien stricken eine ausgezeichnete Wahl. Mit dieser Technik lassen sich bildhafte Motive und große grafische Muster sauber einarbeiten – ganz ohne lose Fäden auf der Rückseite. Das Motivstricken kommt immer dann zum Einsatz, wenn mit mehr als einem Wollknäuel gearbeitet wird, etwa an Pullovern, Strickjacken, Socken oder anderen Stricksachen. Sowohl Fortgeschrittene als auch Anfänger können die Technik mit der richtigen Anleitung zum Intarsien stricken schnell lernen.
Was bedeutet Intarsien stricken?
Wenn in einer Anleitung von Intarsien die Rede ist, geht es nicht um ein bestimmtes Muster, sondern um die Technik, mit der ein Motiv durch Farbwechsel stricken entsteht. Das Besondere am Intarsien stricken ist, dass auf der Innenseite des Strickstücks keine losen Fäden hängen bleiben – anders als beim Jacquard-Stricken. Stattdessen werden die beim Farbwechsel nicht benötigten Fäden miteinander verkreuzt und so befestigt, dass du beim späteren Tragen nicht daran hängen bleibst. Dadurch bleibt auch die Außenseite formstabil. Würden lose Fäden auf der Rückseite hängen, könnten sich die Maschen leicht verziehen, sodass unschöne Wellen oder Verformungen entstehen. Mit guten Vorlagen zum Intarsien stricken gelingt es leicht, die Technik sauber umzusetzen und gleichmäßige, stabile Muster zu erzielen.

Die spezielle Technik kurz erklärt
Das Intarsienstricken eignet sich besonders für farbige Motive, bei denen mindestens zwei unterschiedliche Farben zum Einsatz kommen. Ob du lieber bunte und auffällige Muster oder dezente Designs aus einer harmonischen Farbfamilie bevorzugst – das bleibt ganz deinem Geschmack überlassen. Wichtig ist nur, dass die Wolle aus einer einheitlichen Wollart besteht, damit die Flächen gleichmäßig wirken. Empfehlenswert sind zum Beispiel Garne von Drops wie Drops Air oder auch Merino Wolle wie Drops Merino Extra Fine oder Drops Baby Merino.
Hinweis: Im Gegensatz zum Jacquard, bei dem schnelle Farbwechsel mit Fadenverlauf auf der Rückseite entstehen, setzt man bei dieser Technik auf klare, grafische und größere Muster. Auch der Fair-Isle-Unterschied zu Intarsien zeigt sich darin, dass bei Fair Isle nur mit kleinen Mustern und maximal zwei Farben pro Reihe gearbeitet wird. Auf der Rückseite verlaufen hier die Spannfäden diagonal.

Was Intarsien stricken besonders macht
Wenn du ein Strickstück planst und dich für ein mehrfarbiges Design entscheidest, stellt sich auch die Frage nach der passenden Stricktechnik. Wer ungern mit hängenden Fäden auf der Rückseite arbeitet, sollte sich für die Intarsien entscheiden. Diese Technik lässt sich sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen schnell erlernen – besonders dann, wenn gute Anleitungen zum Intarsien Stricken vorhanden sind.
Die Muster können einfach gehalten oder mit aufwendigen Farbflächen umgesetzt werden, bei denen du den Farbwechsel stricken lernst. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Zudem lassen sich mit Intarsien vielseitige Projekte verwirklichen – von Pullovern und Jacken über Accessoires wie Dreieckstücher bis hin zu großen Wolldecken.
Welche Stricknadeln sich fürs Intarsien stricken am besten eignen
Für das Intarsienstricken sind grundsätzlich alle Stricknadeln geeignet, je nach persönlicher Vorliebe. Du kannst sowohl zwei lange Nadeln als auch eine Rundstricknadel verwenden. Die Intarsien lassen sich auch in der Runde glatt rechts stricken. Rundnadeln eignen sich ebenfalls für dieses Verfahren, bei dem nach jeder Reihe gewendet und zur nächsten übergegangen wird. Viele empfinden das Arbeiten mit Rundnadeln als angenehmer, da sie weicher in der Hand liegen und weniger sperrig sind. Letztlich bleibt die Wahl der Nadeln – wie schon erwähnt – ganz deiner eigenen Vorliebe überlassen.
Maschenprobe und Materialmenge
Bevor du mit dem Intarsien stricken beginnst, lohnt sich eine Maschenprobe von 10 × 10 cm – idealerweise mit einem kleinen Farbwechsel. Miss anschließend Maschen und Reihen auf 10 cm, um sicherzugehen, dass dein Strickstück später die gewünschte Größe hat. Da sich die Fadenspannung beim Verkreuzen leicht verändern kann, ist diese Probe besonders wichtig.
Für die Materialplanung gilt als Faustregel: Berechne den Gesamtbedarf deines Projekts und schätze, welcher Anteil auf jede Farbe entfällt. Deckt eine Farbe etwa ein Viertel der Fläche ab, plane rund 25 % der Gesamtmenge dafür ein. Kaufe lieber etwas mehr und bewahre die Banderolen auf – so kannst du bei Bedarf Garn aus derselben Färbepartie nachkaufen.
Anleitung Schritt für Schritt: So werden Intarsien gestrickt
Sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene im Stricken ist es wichtig, die einzelnen Schritte beim Motivstricken einzuhalten. Nur so gelingt ein gleichmäßiges, farblich harmonisches Muster auf dem nächsten Lieblingsstrickstück. Neben dem Auswählen der Vorlage zum Intarsien stricken in Strickschrift und der passenden Garne in den gewünschten Farben werden auch geeignete Stricknadeln gewählt. Sind alle Materialien vorbereitet, kannst du mit den wesentlichen Schritten für das erfolgreiche Intarsien stricken beginnen.

Erster Schritt: Die Kabel vorbereiten
Bei den Kabeln handelt es sich um die einzelnen Farben, die im Muster verstrickt werden sollen. Dabei wird jedes Kabel von einem farblich passenden Wollknäuel abgezogen. Lege die Knäuel zunächst in der richtigen Reihenfolge bereit – also Farbe für Farbe so, wie das Muster später erscheinen soll. Diese Fadenhaltung verhindert, dass sich die Wolle beim Stricken verheddert oder es zu ungewünschten Knoten und Schlaufen kommt. Sinnvoll ist es, jedes Knäuel so zu platzieren, dass es ruhig liegen bleibt und das Garn beim Arbeiten leicht abrollt. Für jeden Farbabschnitt beim mehrfarbig stricken wird ein eigenes Knäuel benötigt.
Hinweis: Kommt im gewählten Muster dieselbe Farbe an mehreren Stellen vor, müssen entsprechend mehrere Knäuel dieser Farbe vorbereitet werden. Das ist wichtig, da die einzelnen Farbblöcke getrennt voneinander gestrickt und die Fäden beim Garnwechsel sorgfältig miteinander verkreuzt werden.
Die nächsten Schritte – das eigentliche Stricken
- An der Stelle, an der das Muster beginnt, wird die erste Farbe gestrickt.
- Wenn gewechselt wird, bleibt der Faden der vorherigen Farbe hängen.
- Bei jedem Farbwechsel die beiden unterschiedlichen Farbfäden verkreuzen.
- Mit der neuen Farbe weiterstricken.
- Wichtig: nicht zu stark ziehen.
- Dennoch auf gleichmäßige Fadenspannung achten, damit die Maschen nicht zu locker werden.
- So kannst du beim Garnwechsel Löcher vermeiden, und das Strickstück bleibt als Ganzes ohne Naht erhalten.
Auf diese Weise lässt sich ein ganzer Pullover oder ein anderes gewünschtes Strickteil fertigstellen. Da keine losen Fäden hinter der Reihe hängen, wirkt das Strickteil sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite sauber und ordentlich. Deshalb ist das Intarsien stricken auch ideal für Strickteile wie Schals, Dreieckstücher oder Wolldecken, die von beiden Seiten sichtbar sind. Hältst du dich an unsere Anleitung zum Intarsien stricken, kannst du Fehler beim Arbeiten leicht vermeiden.
So verkreuzt du die Fäden richtig – die Kerntechnik im Detail
Das Verkreuzen der Fäden ist entscheidend dafür, dass keine Löcher im Strickstück entstehen. Hier erfährst du genau, wie es funktioniert:
Bei der Hinreihe (rechte Seite): Wenn du von einer Farbe zur nächsten wechselst, legst du den Faden der alten Farbe nach links ab. Den neuen Faden nimmst du von unten auf und führst ihn über den alten Faden hinweg. So entsteht eine Verdrehung auf der Rückseite deines Strickstücks, die beide Farbbereiche miteinander verbindet.
Bei der Rückreihe (linke Seite): Hier funktioniert es genau andersherum: Der alte Faden bleibt rechts liegen, und du führst den neuen Faden von unten darüber. Wichtig ist, dass die Fäden sich immer kreuzen – nur so bleiben die Farbflächen verbunden.
Häufiger Fehler vermeiden: Achte darauf, dass die Fäden sich wirklich überkreuzen und nicht parallel nebeneinander liegen. Wenn du nach einigen Maschen merkst, dass sich ein kleines Loch bildet, hast du das Verkreuzen vergessen. Die Fadenspannung sollte dabei gleichmäßig sein – nicht zu straff (sonst zieht sich das Strickstück zusammen) und nicht zu locker (sonst entstehen unschöne Lücken).
Tipp: Übe den Farbwechsel zunächst an einem kleinen Probestück mit nur zwei Farben. So bekommst du ein Gefühl für die richtige Technik, bevor du dich an komplexere Muster wagst.
Fazit: Intarsien stricken geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene
Langweilige, einfarbige Stricksachen müssen nicht sein. Mit dieser Stricktechnik entstehen Pullover, Strickjacken, Accessoires wie Schals oder Dreieckstücher, die sofort zum Hingucker werden. Die großen Muster können dabei in bunter Farbvielfalt erstrahlen oder aus einer harmonischen Farbfamilie stammen.
Durch diese besondere Technik werden lose Fäden auf der Rückseite vermieden, und die Muster sind dadurch auch von beiden Seiten gleichmäßig schön sichtbar. Mit einer passenden Vorlage zum Intarsien stricken, wie sie in dieser Anleitung beschrieben wird, gelingt das Stricken klarer und großflächiger Motive mühelos – so wird das Gestalten individueller Strickstücke fast zum Kinderspiel.
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